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Herkunft
und Anbau von Kork
Die
Korkeiche, ein mittelgrosser, kräftiger Baum, wächst im gesamten
westlichen Mittelmeerraum. Dort findet sie das ideale Klima mir relativ
geringem Niederschlag, viel Licht, aber dennoch grosser Luftfeuchtigkeit,
die vom Atlantik beeinflusst wird. Die Korkeiche hat eine Lebensdauer von
150 bis 200 Jahren. Die Ökosysteme, in denen sie eine herausragende Rolle
spielt, können in drei strukturell unterschiedliche Gruppen eingeteilt
werden: Wälder, Eichenwaldungen und aufgeforstete Dickichte. Die
Korkeiche Quercus suber wächst in vielen mediterranen Ländern Europas
und den nordafrikanischen Magreb-Staaaten seit Jahrmillionen und prägt
ein typisches Landschaftsbild wie die Menschen. Sie dient als
Schattenspender und Wasserspeicher, ihre Krone bildet einen guten
Nistplatz und die Früchte, die Eicheln, bilden Nahrung für viele Tiere.
Die Korkeiche benötigt nach der Pflanzung mindestens 30 – 40 Jahre bis
zur ersten Aberntung, wobei diese erste Ernte (Jungfernrinde oder Virges)
genannt nur zur Herstellung von Korkgranulat verwendbar ist. Die weiteren
Abrindungen erfolgen, je nach Region, im Abstand von 9 – 14 Jahren.
Diese wird zumindest in Portugal, durch Gesetze geregelt und
dementsprechend kontrolliert. Geschält wird maximal ein Drittel der
gesamten Baumrinde, mehr wäre für den Fortbestand der Eiche schädlich.
Hierbei gilt es noch besonders zu erwähnen, dass das Schälen der
Korkeiche nicht schadet, sondern sie vielmehr zur Neubildung ihrer Rinde
anregt. Von Raubbau kann also keine Rede sein. Es wurde auch schon
versucht sie an anderer Stelle unter denselben Klimabedingungen an zu
pflanzen, dies misslang allerdings überall, sei es in Kalifornien,
Russland, China, Südafrika oder Lateinamerika. Somit kommt Portugal die
dominierende Stelle in der Korkproduktion zu, gefolgt von Spanien,
Algerien, Italien, Marokko, Frankreich und Tunesien.
Produktion
von Kork
Nur
ca. 10 % der gesamten Rohkorkproduktion werden zur Herstellung von
Flaschenkorken verwendet. Sie stellen aber interessanterweise den
Hauptteil der Industrieproduktion dar, nämlich 40 % der Gesamtproduktion
von Kork. Für die Herstellung von 20 – 30 kg Flaschenkorken werden 100
kg Rohkorken benötigt. Der Rest wird für andere industrielle Produkte
weiterverwendet. Portugal als Haupthersteller mit ca. 52 % der
Gesamtproduktion exportiert Kork in über 100 Länder. Allein in der
Korkindustrie in Portugal sind ca. 25'000 Personen beschäftigt. Obwohl
die Korkeiche im ganzen Staatsgebiet verbreitet ist, wird Anbau jedoch
besonders südlich des Flusses Tejo, in den Gebieten Setubal, Evora und
Portalegre betrieben. Angepflanzt wird sie in Portugal hauptsächlich in
Typ „Eichwaldung“. Aus diesem Grund sind hier Erträge zwischen 2000
und 2500 kg je Hektar möglich. Bei Spitzenträgern sogar Einzelerträge
von bis 150 kg je Baum.
Korken das Naturprodukt
Ein
sauberer, mit Sorgfalt behandelter und steriler Naturkork von guter Qualität,
ist nach wie vor der ideale Verschluss für eine Flasche Wein. Allerdings
kann die Aussage nicht mehr verallgemeinert werden, denn
nur noch Weine, die reifen müssen, sowie tanninhaltige Rotweine
sind auch in Zukunft auf Korken angewiesen. Nur der Kork gewährt den benötigten
Sauerstoffdurchlass, den diese Weinarten unbedingt benötigen, um sich zu
entwickeln. Der Korken ist ein natürliches Produkt. Die Natur ist
imstande natürliches Material selbst zu recyceln. Dies sehen wir sehr gut
am Beispiel des Komposts. Da nun Kork aber eine sehr lange Lebensdauer
hat, braucht die Zersetzung auch dementsprechend lange. Der
Flaschenkorken, der durchschnittlich zwischen 1 und 10 Jahren im
Flaschenhals steckt, ist nach dem Entkorken eigentlich viel zu schade zum
Wegwerfen. Eine erste Form des Recyclings entstand schon sehr früh, denn
spielten wir nicht alle schon als Kinder mit gebrauchten Flaschenkorken,
bauten Flosse und Figuren daraus.
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