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Korken-Recycling
und Weinverschlüsse
Es
geht uns darum, einige ökologische Grundgedanken zu den verschiedenen
Materialien, aus dem der Korken, der Drehverschluss und der Kronkorken
besteht, aufzuzeigen. Diese Angaben stellen ganz bestimmt keine Vollständigkeit
dar, aber sie zeigen zumindest die wichtigsten Punkte. Gebrauchte
Flaschenkorken können gereinigt und zu Korkschrot verkleinert werden.
Daraus wird durch Zusatz von Naturleim Presskork für verschiedene
industrielle Verwendungszwecke hergestellt. Wir können das
Korken-Recycling als die wohl umweltfreundlichste Methode ansehen, denn
dabei entstehen so gut wie keine Emissionen für die Umwelt.
Die
Kellerinnen und Kellner werden Tag für Tag mit dem Zeremoniell des
Zapfenziehens konfrontiert. Das muss für sie vielfach ein Moment des
Bangens sein. Denn die Beurteilung des Weines durch den Gast, der zugleich
König ist, muss von ihnen mit äusserstem Wohlwollen mit Verständnis und
Diplomatie aufgenommen werden, wenn die Situation nicht zum Kabarett-Stück
gedeihen soll. Der Gast schaut kritisch, seine fünf Sinne werden
beansprucht, er ist in seinem Urteil gefragt, herausgefordert gegenüber
seinen Tischgenossen und vor ihm die Kellnerin oder den Kellner.
Denken sie nur an den Ausbau des Weines im Fass. Dieser, vereinfacht
gesagt, wie überhaupt die Kelterung, ein Oxidationsprozess, das heisst,
man führt dem Wein mehr oder weniger Luft zu. Nun wird am Schluss dieser
herangereifte, eigentlich lebendige Wein in Flaschen gefüllt und
hermetisch verschraubt. Eingesperrt wie der Legendäre Geist in der
Flasche. Dieser Geist lebt aber auf, wenn er entkorkt ist. Beim Korken,
und das unterschlägt man gegenwärtig gerne, gewährleistet die natürliche
Zellstruktur nach dem Ausbau im Fass auf die Dauer ein weiteres gesundes
Ausreifen des Weines in der Flasche, weil ihm als Pünktchen auf dem i
jenes Quäntchen
Sauerstoff bleibt, welches er dazu braucht. Wenn sie an grosse Weine
denken, wird uns das jeder Weinliebhaber eindeutig bestätigen. Man kann
so das Risiko mit dem Korken auch als Obolus auffassen, der an die
Weinkultur gezahlt werden muss.
Wenn
aber ein Wein sauber gekeltert wurde, robust und lagerfähig ist, dann
wird er durch den Korken erst gewürdigt. Spätestens bei längerer
Lagerung zeigt sich, dass er eben eine Art Engelswächter ist. Als
Naturprodukt ist er auch 100% umweltfreundlich rezyklierbar. Leider können
wir das vom Aluverschluss nur bedingt sagen, muss doch Aluminium, wenn es
überhaupt in Privathaushalten und Gaststätten gesammelt wird, auf recht
umständliche Weise im Ausland entsorgt und rezykliert werden.
Bei
ganzheitlicher Betrachtung der Weinkultur von der Rebe bis zum Ausschank
kommt dem Flaschenverschluss einige Bedeutung zu. Der Naturkorken wird zum
Prädikat eines grossen Weins, der wirklich allen Kriterien gerecht wird.
Vieles deutet darauf hin, gerade mit der Entwicklung der integrierten
Produktion oder gar dem biologischen Aufbau der Rebe. Eine Entwicklung,
die übrigens auch vor der Kellereitüre nicht Halt machen und in der
Keltereitechnologie Fuss fassen wird. Gerade mit dem Naturprodukt Kork
eine Renaissance vorbereitet wird. Umweltfreundliche Traditionen sind ein
Zeichen der Zeit. Nicht umsonst findet auch im Land Mickey Mouse und Big
Mac keine Diskussion statt, ob Drehverschluss oder Korkzapfen für den
Wein. Es geht also um Geschmack, nicht nur um Korkgeschmack, oder könnten
sie etwa im Orient-Express einen geschraubten Champagner servieren?
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