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Was bedeutet Korkgeschmack?

Der Korkgeschmack ist und bleibt das grösste Problem bei Weinen, die mit einem Naturkorken verschlossen sind. Werden doch nach Schätzungen von Experten pro Jahr weltweit 2 bis 4 % sämtlicher Flaschenweine im Wert von 50 Millionen Franken weggeschüttet. Leider werden jedoch auch Fehler dem Korken in die Schuhe geschoben, die nicht vom Korken stammen. Dass Korkgeschmack nicht gleich Korkgeschmack ist, fanden Tanner und Zanier im Jahre 1978 heraus. Sie unterscheiden zwischen dem „echten“ Korkgeschmack, in Form eines Muff-, Grau- oder Schimmeltons und dem Böckser“, welche beide in ihrer Entstehung nicht allein dem Kork anzulasten sind. Die allgemeine Bezeichnung „Korkgeschmack“ führt zu einer Diskriminierung des Korks.  Seither ging die Erforschung des Korkgeschmacks immer weiter.

1981 fand Tanner dann als Erster heraus, dass der Korkengeschmack mit der Behandlung des Korks mit Chlor zusammenhängt. Dabei wird aus dem Lignin des Korks eine Anzahl chlorierter Verbindungen, darunter auch 2,4,6- Trichlorphenol, gebildet. Aus dem Trichlorphenol entsteht bei genügend hoher Luftfeuchtigkeit während der Lagerung durch mikrobielle Veränderung 2,4,6- Trichloranisol. (TCA), welches dann nach der Abfüllung in den Wein übertreten und den Korkgeschmack verursachen kann. TCA ist bereits ab 10 Mikrogramm pro Liter in Weissweinen und ab 50 Mikrogramm pro Liter in Rotweinen geruchlich wahrnehmbar. Alle Ursachen des Korkgeschmacks sind bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gefunden worden. Dies wird die Wissenschaftler noch eine Weile beschäftigen.