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Faktor Korkwirtschaft

In den letzten Jahren hat nun allerdings die Korkindustrie gewaltige Forschritte gemacht. Einzelne Firmen führten eine Qualitätssicherung ein, sodass sich heutzutage der Korken wieder von seiner qualitativ besten Seite zeigt. Doch die Vorurteile sind geblieben und man klammert sich seitdem am Drehverschluss fest. Einerseits mag es Scheu sein, sich mit einem schwierigen Naturprodukt auseinander zusetzen, anderseits ist der Drehverschluss billiger und einfacher zu handhaben. Wer seinen Spitzenwein mit einem billigen Korken verschliesst, muss sich nachher nicht wundern, wenn er Problem bekommt.

Ein guter Korken hat nun einmal seinen Preis, aber auch seine Qualität. Aus diesem Grund ist es für den Abfüller wichtig, dass er sich auf seinen Korklieferanten verlassen kann. Wahrscheinlich sind all jene vermehrt auf den Drehverschluss umgestiegen, die zu oft Probleme mit ihren Korken hatten. Keine solchen Probleme scheinen Länder, wie Amerika, Australien, Japan und selbst Südafrika zu haben. Sie verwenden vorwiegend Korken sehr guter Qualität um ihre Weine zu verschliessen. Darüber sollten wir uns einmal Gedanken machen! Nun wird immer wieder gesagt, dass der Korken vom Drehverschluss abgelöst wird. Dass dem nicht ganz so ist, versuchen wird nun aufzuzeigen.

Beim Vergleich dreier Abfüllbetriebe zeigt sich, dass der Korken immer noch zwischen 30% und 40% Anteil hat. Dies gilt aber nur für hier in der Schweiz abgefüllte Weine. Vom Ausland importierte Weine sind, bis auf wenige Ausnahmen, immer noch alle mit Korken verschlossen. Die restlichen 35% verteilen sich auf Drehverschluss und Kronkorken, wobei der Kronkorken immer weniger verwendet wird. Von der inländischen Produktion nimmt der Korken rund 30% ein. Hieraus wird auch sehr gut ersichtlich, dass in den letzten Jahren in der Schweiz allgemein weniger Korken importiert wurden und auch weniger Flaschen damit verschlossen. Gesamthaft zeigt sich, dass der Korken immer noch sehr stark als Flaschenverschluss eingesetzt wird.

Wir finden, dass die Korkgegner nicht berücksichtigen, welcher Wirtschaftszweig hinter einem Korken steht. Wird durch weniger Verbrauch immer weniger Kork zu Flaschenkork verarbeitet, muss die bessere Qualität zwangsläufig zu billigem Press- und Industriekork verarbeitet werden. Dies hilft der angeschlagenen Korkindustrie nicht. Der Press- und Industriekork würde teurer, worauf die Baubranche auf günstigere, künstlich hergestellte Dämmmittel ausweichen würde. Das Ganze hätte einen wirtschaftlichen Zusammenbruch für die gesamten korkproduzierenden Länder zur Folge. Ausserdem wächst Kork so oder so, ob wir ihn nun nutzen oder nicht. Es wäre schade, dieses natürliche Material nicht oder nur eingeschränkt wirtschaftlich zu verwenden. Dabei ist es wichtig, mehr Qualität statt Quantität zu produzieren, damit wieder vermehrt guter Kork erhältlich ist.

 

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