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Definition und Zusammensetzung

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche (Lat. Quercus suber) gewonnen. Dies ist die einzige von ca. 600 Eichenarten, die wirtschaftlich verwendet werden kann. Die Hauptmerkmale dieser Gattung sind folgende

  • Eine beachtliche Stärke der Rinde, die sich in relativ kurzer Zeit bildet.

  • Die Fähigkeit der Neubildung der Rinde, die bei anderen Bäumen unweigerlich zum Absterben führen würde.

  • Die Regelmässigkeit und Reinheit des Korkgewebes und dessen bemerkenswerte physischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften.

Ein Kubikzentimeter Kork besteht, je nach Jahreszeit, aus etwa 40 bis 100 Millionen Zellen. Betrachtet man Kork unter dem Mikroskop, so erkennt man, dass die Zellen aus einem Minimum an festen Materialien und einem Maximum an Luft (ca. 90 % Luftanteil) bestehen. Der Gasaustausch, welcher vom Kork so geschätzt wird, erfolgt über sehr feine Poren. Kork kann man in sechs chemische Gruppen einteilen:

  1. 45 % Suberin (Korkstoff) als Hauptbestandteil, bestehend aus eine Verbindung von vor allem Säurebestandteilen, für die Elastizität verantwortlich

  2.  

  3. 27 % Lignin, ein komplexer Polyester mit hohem Molekular-Gewicht

  4.  

    12 % Zellulosen und Halb-Zellulosen

  5. 6 % Tannine (Polyphenolverbindungen)

  6.  

  7. 5 % Keroide; von ihnen hängt die Undurchlässigkeit des Kork ab

  8.  

  9. 5 % Mineralien, Wasser Glyzerin u.a.

Eigenschaften

 

Kork besitzt folgende physikalischen Eigenschaften:

 

  • Sehr leicht, er hat ein Volumengewicht von 100 bis 250 kg/m3

  • Resistent gegen das Eindringen von Feuchtigkeit

  • Zusammendrückbar und elastisch

  • Schlechter Wärmeleiter

  • Resistent gegen Verschleiss

  • Hervorragender Wärme-, Geräusch- und Schwingungsisolierer

  • Schwer brennbar, gute chemische Beharrung, nicht faulend

  • Drückt sich zusammen, ohne sich dabei nach der Seite auszudehnen.

 

Herkunft und Anbau

 

Die Korkeiche benötigt nach der Pflanzung mindestens 30-40 Jahre bis zur ersten Aberntung, wobei diese erste Ernte (Jungfernrinde oder Virges genannt) nur zur Herstellung von Korkgranulat verwendbar ist. Die weiteren Abringungen erfolgen dann je nach Region im Abstand von 9-14 Jahren. Dies wird, zumindest in Portugal, durch Gesetze geregelt und dementsprechend kontrolliert. Geschält wird maximal ein Drittel der gesamten Baumrinde, mehr wäre für den Fortbestand der Eiche schädlich. Hierbei gilt es noch besonders zu erwähnen, dass das Schälen der Korkeiche nicht schadet, sondern sie vielmehr zur Neubildung ihrer Rinde anregt. Von Raubbau kann also keine Rede sein.

 

Es wurde auch schon versucht sie an anderer Stelle unter denselben Klimabedingungen anzupflanzen, dies misslang allerdings überall, sei es in Kalifornien, Russland, China, Südafrika oder Lateinamerika. Somit kommt Portugal die dominierende Stelle in der Korkproduktion zu, gefolgt von Spanien, Algerien, Italien, Marokko, Frankreich und Tunesien, wie man der nachfolgenden Tabelle entnehmen kann.

 

Produktion

 

Nur ca. 10% der gesamten Rohkorkproduktion werden zur Herstellung von Flaschenkorken verwendet. Sie stellen aber interessanterweise den Hauptteil der Industrieproduktion dar, nämlich 40% der Gesamt-Produktion von Kork. Für die Herstellung von 20-30 kg Flaschen-Korken werden 100 kg Rohkork benötigt. Der Rest wird für andere industrielle Produkte weiterverwendet.

 

Portugal als Haupthersteller mit ca. 52% der Gesamtproduktion exportiert Kork in über 100 Länder. Allein in der Korkindustrie in Portugal sind ca. 25'000 Personen beschäftigt. Obwohl die Korkeiche im ganzen Staatsgebiet verbreitet ist, wird ihr Anbau jedoch besonders südlich des Flusses Tejo, in den Gebieten Setubal, Evora und Portallegre betrieben. Angepflanzt wird sie in Portugal hauptsächlich im Typ "Eichenwaldung". Aus diesem Grund sind hier Erträge zwischen 2000 und 2500 kg je Hektar möglich, bei Spitzenträgern sogar bis zu 5000 kg. Einzelerträge von bis 150 kg je Baum, entsprechen in anderen Ländern im Durchschnitt dem Ertrag pro Hektare. Hier sind dann allerdings gezielte Pflegemassnahmen notwendig, jedoch immer noch ohne düngen zu müssen.

 

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